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Winterwunder



Eigentlich, war diese Zeit ohne hin schon etwas ganz besonderes. Die Fenster wurden festlich geschmückt, die Schaufenster der großen Kaufhäuser wurden mit ganzen Spielzeuglandschaften bebaut.
Es roch nach Lebekuchen, nach Plätzchen, nach Zimt und nach Tannenzweigen. Ja, eigentlich, war diese Zeit schon immer etwas ganz besonderes. Doch umso näher der feierliche Tag kam, umso aufregender wurde plötzlich alles.
Er hatte mit großen Bewunderung beobachtet, wie seine kleine Sohn jeden Morgen aufgeregt zu seinem Adventskalender rannte um nur schnell heraus zu finden, was sich heute hinter dem Türchen befand.
Er hatte mehre Adventskalender, ja, er hatte drei, und war mächtig stolz auf alle.
 Den ersten, den hatte er von seiner Oma bekommen. Es war ein selbst genähter, 24 kleine Weihnachtsocken, sie hatte sich viel Mühe gegeben das sah man ihm auch an. Sie hatte jeden einzelnen Socken bestickt mit der jeweiligen Zahl und sie gefüllt ehe sie die Socken zuschnürte und sie auf die große kleine Reise zu ihrem Enkel sendete. Keiner von ihnen drei, wusste also was sich jeden Tag in einen dieser Socken befand.
Der zweite Adventskalender, den hatte der Kleine von seiner Omimi bekommen , Omimi war die Mutter seines Vaters. War mit kleinen Plastikfiguren gefüllt, Plastikfiguren die in seinem großen Bauernhof Platz fanden. Zwar wussten sie ebenfalls alle drei nicht, was sich hinter dem Türchen befand, doch hier war die Überraschung nicht ganz so groß wie bei dem seiner anderen Oma.
Den dritten, hatten sie eigentlich gar nicht kaufen wollen, denn sie wollten ihn nicht verwöhnen, jedenfalls – nicht  zu viel.
Doch als er diesen Adventskalender in dem großen Buchladen angebracht hatte und seine kleinen blauen Augen so geleuchtet hatten – da hatten sie es nicht übers Herz gebracht.
Außerdem, zumindest befanden sich keine Süßigkeiten in diesem Kalender – nein, es waren kleine verzierte Bilder. Er war ganz begeistert von diesen, ja, er bestand sogar darauf, dass seine Mama oder sein Papa ihm eine lustige, traurige oder schöne Geschichte erzählten zu diesem Bild.
Manchmal wunderte er sich selbst darüber, wie fantasievoll er und seine geliebte Frau plötzlich geworden waren. Denn jeden Tag erfanden sie neue Abenteuer ja, und sie übertrumpften sich so gut es ging Tag für Tag. Ja, es war schon eine Art Wettkampf unter Eltern geworden, der Kleine konnte profitieren.
So war es nicht verwunderlich das er auch heute mit leuchtenden Augen vor dem Adventskalender stand und auf das letzte und auch größte Türchen deutete auf den mit geschwungener Schrift die Zahl 24 zu sehen war.
Es war das letzte und er hatte es sich aufgehoben, ja, er hatte am heutigen Morgen nur einen Kalender geöffnet.
 Heute Nachmittag, nachdem sie im Gottesdienst gewesen waren, wurde das zweite Kalender geöffnet und nun, nun schien es so – als ob er nun da es Abend wurde bereit war für das letzte Türchen.
Er musste traurig gestehen, dass er bereits jetzt die Zeit vermisste die sie jeden Morgen mit den Geschichten verbracht hatten. Er hatte ebenfalls seiner Frau gelauscht hatte jedes Wort sich gemerkt, wahrscheinlich deutlich leichter und besser als sein Sohn.
Sie hatte die Geschichten wundervoll ausgeschmückt, ja, selbst er, wo er doch Erwachsen war – hatte die Geschichte förmlich mit erlebt. Er war gemeinsam mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn auf Drachen geritten, auf Felder gewesen um die Schafe zu hüten und er hatte mit Indianern gespeist. Ja, alle Gerüche hatte sie so wunderbar beschrieben, dass er sie sogar jetzt noch riechen konnte. Sie hatte so manchen Geschmack so ausgemalt, dass er sich nun sogar vorstellenkonnte, wie die Kombination eines Sahnepuddings, mit Erdbeereis und Lakritze schmeckte.
Natürlich, der Kleine war begeistert gewesen, nicht ohne Grund, hatte sie immerhin alle Lieblingssüßigkeiten in eine gematscht – und matschen tat er gerne.
Umso erstaunter waren sie gewesen, dass er die Kombination nach der Geschichte nicht einfach selbst ausprobiert hatte. Als ob, ja, als ob er genau wusste das dies nur in der Geschichte erlaubt war – ohne dass sie es ihm sagen mussten.
Er sah aus dem Fenster, über Nacht hatte es geschneit, die Welt war in Puderzucker gehüllt, so wirkte alles plötzlich noch viel feierlicher. Das Fest der Feste, der kleine Junge und sein Adventskalender sie erhielten eine weitere Ladung Magie.
Hinzu kam, dass er dieses Jahr, den ersten Schnee aktiv erlebt hatte. Er war nun drei Jahre und so konnte er sich viel besser auf das kalte weiß konzentrieren und es genießen.
So war es nicht verwunderlich gewesen, das sie heute, nachdem Bescherung gewesen war, das Türchen mit der Plastikfigur geöffnet wurde, er darauf bestanden hatte Schlitten zu fahren. Er war mit ihm die Bahn herunter gesaust und hatte ihn wieder nach oben gezogen. Feurig rote Backen hatte er danach gehabt, eine leicht schniefende Nase aber ein erhobener glücklicher Daumen.
Ja, es war ein ganz besonderer Tag. Er hatte geglaubt nach dem ersten Weihnachten zu dritt gab es keiner Steigerung mehr, dann kam das letzte Jahr. Das hatte ihm vom Gegenteil überzeugt und er hatte dann leichtsinnig geglaubt dass es danach keine Steigerung mehr geben konnte.
Nun stand er hinter seinem Sohn strich ihm über das feuerrote Haar und beobachtete ihn wie er aufgeregt versuchte das 24-Türchen zu öffnen.
Ja, es hatte Steigerung gegen, dieses Weihnachten.
Es war allein deswegen etwas ganz besonderes – weil er inzwischen viel besser begriff was Geschenke bedeuteten. Weil er sich immer mehr an dem großen Tannenbaum erfreuen konnte und sie gemeinsam den Stern auf die Spitze aufgesteckt hatten. Ja, es war eine Steigerung vom Vorjahr.
Und wie er so zu seiner eigenen Mutter blickte, die lächelnd eine Tasse Tee in ihren kalten Händen hielt – da glaubte er fast, ihre Gedanken lesen zu können. Denn ihr letztes Weihnachten, war ebenfalls getoppt worden.
Er sah zu seiner Frau, diese saß auf dem Sessel, hatte sich die weinrote Decke die er ihr gekauft hatte umgewickelt und strich ihren Bauch. Ja, nächstes Jahr, würden sie eine weitere Steigerung erleben – so viel war sicher.
Er half nun vorsichtig das Türchen zu öffnen, der kleine Mann vor ihm – sah erst auf das Bild ehe er ihn anblickte und erfreut in die Hände klatschte. Seine Mutter hob sich leicht um so ebenfalls das kleine Bild zu sehen, sie lächelte und nickte.
Sie hatten so manche Vermutung angestellt was sich hinter diesem Türchen verbergen könnte. Hatten sogar darüber nachgedacht, heimlich, als er schlief. Das letzte Türchen zu öffnen und es dann schnell wieder zuzudrücken.
Doch es hätte den ganzen spaß verdorben, man konnte doch unmöglich sein eigenes Kind betrügen.
Doch wie er so seinem Sohn über das Haar strich und dieser nur darauf wartete das er nun die letzte Geschichte vorgetragen bekommen würde, da wusste er, dass alles gut war.
Ihm wurde plötzlich wieder bewusst wie Dankbar er doch sein konnte. So nahm er ihn auf den Arm, strich ihm sanft über den Rücken und trug ihn zu seiner Mutter. Diese nahm ihn entgegen und küsste ihn, er schien kein Problem damit zu haben einen Moment auf die Geschichte warten zu müssen. Er war heute sehr geduldig – es schien fast so, als ob er ebenfalls genau wissen würde, dass dieser Tag etwas ganz besonderes war.
Für ihn zählte nicht das nächste morgen, für ihn zählte nicht die Steigerung für ihn zählte nur dieser Augenblick.
 Er sah zu seiner Mutter und nickte kurz, sah zu seiner Schwiegermutter und lächelte, ehe er zu dem Bücherregal lief um dort die Geschichte für das 24-Türchen vorzutragen. Der Kleine beobachtete ihn aufmerksam und kuschelte sich an seine Mutter und sah die Menschen in dem Wohnzimmer mit großen Augen an.
Sie waren alle zusammen gerutscht an diesem einen Tag, denn dieser eine Tag, war etwas ganz besonderes.
Denn an diesem Tag, gab es etwas zu feiern und auch wenn er wohl noch zu klein war, um zu wissen was genau gefeiert wurde – so war es doch etwas ganz besonderes…
Er schloss die Augen, als er die Stimme seines Vaters vernahm:

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die aller erste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“
(Lukasevangelium 2, 1-14)

 

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